Geschrieben/übersetzt von: Herma Caelen
update
2007/02/24: Antwort von Artur Runge-Metzger stellvertretend für
Herrn
Barroso (en)
6. Februar 2007
Sehr geehrter Herr Präsident,
Am 25. März 2007 werden
europäische Regierungschefs sich in Berlin treffen, um eine Erklärung zum 50. Jahrestag der Römischen
Verträge zu unterzeichnen. Sie möchten dieses wichtige Ereignis nicht nur als ein
‘Gedenken an bisherige Erfolge” verstanden wissen,
sondern auch als eine “Neuformulierung und
erneutes Bekenntnis zu unseren Werten und Erwartungen, mit einem Blick auf die Zukunft eines erweiterten
Europas”.
Dieses wichtige Jubiläum soll die
vereinte Gemeinschaft von Demokratien feiern, die bis jetzt den Menschen Frieden, Stabilität, Wohlstand und
Hoffnung gebracht hat. Jedoch gibt es ernste Bedrohungen für die Zukunft,
die für den europäischen
Erfindungsreichtum eine Herausforderung darstellen und neue Denkweisen fordern.
Eins der erschreckendsten Probleme ist die die Erderwärmung, und, im Namen von vielen Millionen europäischer Vegetarier, möchte die Europäische Vegetarier Union an der Debatte teilnehmen.
Das UN Klimasekretariat «Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)» hat gerade anlässlich der Konferenz in Paris (1) erklärt, dass der globale Klimawandel «sehr wahrscheinlich» eine menschliche Ursache hat. Nicht nur Tausende von Wissenschaftlern, die an der Studie mitgearbeitet haben, sondern auch internationale Organisation sind sich auffallend einig über die Gefahren:
Am 29. November 2006 warnte die UN-Welternährungsorganisation FAO (2) in unmissverständlichen Worten: «Viehzucht wesentliche Bedrohung für die Umwelt». Die Agentur erklärte, dass die Viehzucht mehr Treibhausemissionen erzeugt als das gesamte Transportwesen, und auch eine der Hauptursachen für die Belastung von Boden und Wasser bedeutet.
Das Europäische Parlament stellte am 31. Januar 2007 fest, dass es beim Kampf gegen den Klimawandel um die «Rettung der Zivilisation» geht. (3)
Heute wird eine grosse Vielzahl von Rettungsmöglichkeiten diskutiert, von denen einige viel versprechender sind als andere. Bedauerlicherweise wird dabei nirgendwo die Tatsache berücksichtigt, dass der Vegetarismus auch in dieser Situation von grossem Nutzen sein kann. Es ist schliesslich eine Tatsache, dass Vegetarier keinen Anteil an der Zucht und an den Tötungen vieler Milliarden verwendungsfähiger Tiere haben.
Auf keinen Fall darf die vegetarische Alternative ignoriert werden bei der Suche nach Wegen, die fortschreitende Zerstörung unserer Erde zu bremsen.
Tief besorgte Bürger wollen wissen, wie sie selbst zur Lösung des erschreckenden globalen Problems beitragen können. Sie haben ein Recht auf eine Antwort mit soliden Fakten und Zahlen, was auch das Recht auf zuverlässige Informationen über den Vegetarismus einschliesst.
Die Europäische Vegetarier Union fordert Sie deshalb auf, eine objektive und offene Untersuchung dieses schonenden Lebensstils zu veranlassen und das Resultat allen Interessierten zugänglich zu machen.
Mit freundlichem Gruss
Renato Pichler
Präsident
European Vegetarian Union
president@euroveg.eu
www.euroveg.eu/lang/de/news/news.php?id=195391. www.ipcc.ch/press/prwg2feb07.htm
2. www.fao.org/newsroom/en/news/2006/1000448/index.html
3. www.europarl.europa.eu/news/public/story_page/064-2624-030-01-05-911-20070131STO02623-2007-30-01-2007/default_en.htm